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Was sind Läuse?

Hier geht es zu "Was sind Nissen?"

Die Kopflaus, Pediculus humanus capitis, ist ein Flügel loser, Blut saugender Parasit, welcher die Menschheit schon seit Jahrzehnten immer wieder auf ein neues befallen hat. Die Kopfläuse sind in der Biologie in verschiedene Gruppen eingeteilt. Deren Stamm sind die Gliederfüßler, sie gehören zu den Insekten, sind in der Ordnung Tierläuse und in sind in der Familie Menschenläuse beheimatet.

Kopfläuse nehmen Blut auf, indem sie mit Stilett artigen teilen ihres Kopfes die oberste Hautschicht der Kopfhaut einritzen und Blut aus einer gerade angeritzten Kapillare aufsaugen. Gleichzeitig spritzen sie Speichel in die mikroskopisch kleine Wunde, um der Blutgerinnung entgegen zu wirken.

Was genau das für Stoffe sind, wird immer noch erforscht, doch ist sicher, dass der Lausespeichel von dem Menschlichen Immunsystem als fremder Eindringling erkannt wird und somit umgehend bekämpft wird. Dies löst das klassische Verhalten der von Kopfläusen befallener Person aus, das starke kratzen am Kopf.

Die Endglieder des Läusekörpers, am unteren Ende der Beine, sind mit Klauen zu vergleichen. Mit diesen Werkzeugen kann sich die Kopflaus hervorragend an Haaren festhalten bzw. daran entlang bewegen. Typischerweise hält sich eine Kopflaus mit einigen Klauen an einem Haar fest und ergreift mit den freien Klauen ein anderes. Auf diese Weise gelangen die Parasiten schnell von einem Kopf zu einem anderen. Auf glatten Oberflächen, wie Glas oder ähnlichem, können sich Kopfläuse dagegen nur unbeholfen fortbewegen.

Biologische Grundsätze der Kopflaus

Kopfläuse machen nur eine inkomplette Metamorphose durch. Das heißt, aus dem Ei geschlüpfte Nymphen sehen bereits wie erwachsene Läuse aus, sind aber deutlich kleiner. Frisch geschlüpfte Nymphen sind 1-2 mm, erwachsene Läuse ca. 3 mm lang. Nach etwa 9-12 Tagen ist eine Kopflaus geschlechtsreif. Erst dann versucht sie, auf den Kopf einer anderen Person zu gelangen. Weibliche Kopfläuse können mittels Parthenogenese, also ohne Befruchtung durch ein Männchen, voll entwicklungsfähige Eier legen.

Biologische Merkmale

Der Chitin Panzer der Laus kann transparent, weißlich-gräulich oder bräunlich sein. In Bevölkerungen mit einer schwachen Hautpigmentation ist die Chitinhülle in der Regel weißlich-gräulich, in Bevölkerungen mit dunkler Haut dagegen eher bräunlich. Nach dem Blutsaugen erscheint die Laus rötlich, da der mit Blut gefüllte Verdauungstrakt durch die Chitinhülle hindurch schimmert. Die unterschiedliche Farbe der Chitinhülle ist eine im Laufe der Evolution erfolgte Anpassung, die die Erkennung der Parasiten durch den Wirt erschwert und das Entlausen schwierig macht.

Entwicklung und Lebensweise der Laus

Das Temperaturoptimum für die Entwicklung der Eier liegt zwischen 34 °C und 36 °C. Bei dieser Temperatur und einer hohen Luftfeuchtigkeit (Verhältnissen, wie sie für die Kopfhaut charakteristisch sind) schlüpfen juvenile Läuse innerhalb von 7-8 Tagen aus dem Ei. Sinkt die Temperatur, dauert die Entwicklung des Embryos länger. Spätestens nach 10 Tagen sind aus allen lebensfähigen Eiern juvenile Läuse geschlüpft. Allerdings enthalten etwa 30% aller Eier keinen Embryo oder der Embryo hat sich nicht zu einer lebensfähigen Laus entwickelt. Kopfläuse sind – im Gegensatz zu Kleiderläusen – weltweit verbreitet. Die Häufigkeit schwankt jedoch erheblich von Bevölkerungsgruppe zu Bevölkerungsgruppe. In der Regel sind Kinder häufiger betroffen als Erwachsene und Mädchen häufiger als Jungen. Dies hängt mit alters- und geschlechtsspezifischem Verhalten ab, die Kopfläusen einen leichteren Wirtswechsel ermöglichen, und nicht mit biologischen Merkmalen des Wirtes.

Häufigkeit und Vorkommen

In Mittel- und Nordeuropa liegt die Häufigkeit von Kopflausbefall im Kindesalter zwischen 2% und 20%, in Entwicklungsländern dagegen bei bis zu 60%. In einem städtischen Elendsquartier in Brasilien hatten 80% aller Mädchen Kopfläuse. Kopflausbefall tritt typischerweise in Form von Kleinepidemien in betreuten Einrichtungen, Kindergärten oder Schulen auf und sorgt dann für erhebliche Unruhe bei den Eltern und Erziehern. Bei Epidemien in Kindergärten oder Schulklassen können 30% und mehr aller Kinder betroffen sein. Für Deutschland wurde eine Häufigkeit von 600 bis 1000 Neuerkrankungen pro 10.000 Kinder pro Jahr ermittelt. Damit ist Kopflausbefall die häufigste parasitäre Infektion im Kindesalter und nach den Erkältungskrankheiten die häufigste Infektionskrankheit. Die Häufigkeit von Kopflausbefall schwankt erheblich in Abhängigkeit von der Jahreszeit. Von Januar bis Juli/August treten Neuerkrankungen konstant auf, allerdings in verhältnismäßig geringer Zahl. Mit dem Beginn der Sommerferien nimmt die Zahl der neuen Fälle rasch zu und erreicht etwa um die 37. Kalenderwoche ein Maximum. Danach geht die Zahl der Neuerkrankungen zurück und erreicht am Ende des Jahres wieder den „Basiswert“.Kopfläuse ernähren sich ausschließlich von menschlichem Blut. Um zu überleben, müssen sie alle 2-4 Stunden Blut aufnehmen. Können Kopfläuse kein Blut saugen, beispielsweise, weil sie in der Nacht aus dem Haar gefallen sind, überleben in der Regel nicht länger als einen Tag. Weibliche Kopfläuse leben unter optimalen Bedingungen rund 20 Tage und maximal 30 Tage. Eine weibliche Laus produziert im Laufe ihres Lebens bis zu 150-300 Eier.

  
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